TSB Kreisdelegation besucht Magnetschwebebahn-Hersteller

Kreisdelegation besucht Magnetschwebebahn-Hersteller

19. Juli 2021

München ohne Stau und in einem attraktiven Takt ohne täglichen Verkehrskollaps. Mit der Magnetschwebebahn des “Transport Systems Bögl” könnte diese Vorstellung in nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit werden. Nach ersten Systemvergleichen und Machbarkeitsstudien ist der Landkreis Dachau dieser Vision nun einen weiteren Schritt nähergekommen: In der vergangenen Woche besuchten Mitglieder des Umwelt- und Verkehrsausschusses, Vorsitzende der Kreistagsparteien, Bürgermeister und Mitarbeiter des Landratsamts sowie anderer Verkehrsakteure im Landkreis auf Einladung von Landrat Stefan Löwl (CSU) den Firmensitz von Max Bögl in der Oberpfalz. Dort befindet sich neben dem Produktions- und Instandhaltungszentrum für des Transport System Bögl (kurz: TSB) auch eine Teststrecke der Magnetschwebebahn.

Im Zuge einer Testfahrt konnte sich die 26-köpfige Delegation ein eigenes Bild vom TSB machen. Die Bahn schwebt berührungslos entlang der flexibel gestaltbaren Trasse und ist dadurch vibrations- und verschleißarm sowie nahezu geräuschlos. Dabei benötigt sie dank modernster Betriebstechnik keinen eigenen Fahrer und kommt laut Landratsamt “für ein zuverlässiges, flexibles und emissionsarmes ÖPNV-Angebot im künftigen Nahverkehr” in Frage. Neben der Teststrecke in Sengenthal gibt es aktuell noch eine 3,5 Kilometer lange Demonstrationsstrecke in Chengdu (China). Zusätzlich wird bald am Hamburger Hafen eine Cargo-Transport-Teststrecke in Betrieb genommen.

Um die Potenziale des TSB für den ÖPNV im Raum München zu eruieren, wurde im vergangenen Jahr eine Machbarkeitsuntersuchung durchgeführt. Drei der vier untersuchten Korridore zeigten positive Kosten-Nutzen-Verhältnisse, darunter eine Trasse von Dachau in den Münchner Norden. Laut Prognosen können insbesondere neue, tangentiale Angebote Verlagerungen vom Privatauto auf den ÖPNV bewirken. Hierfür stellt das TSB ein platzsparendes und kosteneffizientes System dar.

Im Zuge eines Systemvergleichs für den Korridor “München – Karlsfeld – Dachau” soll in einer vergleichenden Untersuchung der TSB den Optionen einer Schnellbusverbindung, Tram- oder gegebenenfalls eine U-Bahn-Verlängerung gegenübergestellt werden. “Ich bin sehr gespannt, was der Vergleich für Ergebnisse hervorbringt und hoffe, das TSB möglichst zeitnah innerhalb Bayerns dann auch einmal in einer Praxisanwendung nutzen zu können”, sagt Landrat Löwl. “Gerade im Hinblick auf eine mögliche Internationale Bauausstellung für die Metropolregion München zum Thema Mobilität würde ich mir die Realisierung eines derart innovativen Verkehrsmittels wünschen und kann mir auch den Einsatz auf der Strecke zwischen München und Dachau vorstellen. “Auch für den Korridor entlang der Autobahn A 8 zeigten sich die Mandatsträger überzeugt, dass das TSB ein attraktives Angebot zum Umstieg auf den ÖPNV bieten könnte.

Bildnachweis: Firmengruppe Max Bögl

Quelle: Süddeutsche Zeitung / 15. Juli 2021

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